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El Medano

Noch berauscht vom Rainbow Gathering und vom Bier und Wein, das es am letzten Abend auf La Gomera gab, ging's ein letztes Mal zurück nach Teneriffa. Diesmal allerdings nicht zurück nach La Caleta, sondern in den Süden, nach El Medano. Ein beschauliches Nest, unterhalb des Flughafens, etwas weniger touristisch verkommen als der Rest der Gegend und scheinbar Nest für unzählige Reisende Akrobaten und Squatterparadies für Hängenbleiber.

Der Bus spuckt uns aus, die Sonne ist bereits untergegangen und wie so oft sind wir recht planlos. Da sammelt uns Ramsey aus London auf - Living Soundmachine, Egostyler, Proll, aber irgendwie auch nett. Ohne große Umschweife schleppt er uns direkt in ein besetztes Haus – „die bulgarische Botschaft“. Im Eingangsbereich ist es dunkel und das strenge Aroma von Katzenpisse liegt in der Luft. Auf dem Weg weiter ins Haus zertreten wir einige Kakerlaken, schlüpfen durch ein in die Wand geschlagenes Loch und finden uns schließlich im Wohnzimmer wieder. Sogleich werden wir freundlich empfangen, das Bier macht die Runde und schon geht’s wieder raus auf die Straße. Erst noch Getränkereserven auffüllen und dann raus aus der Stadt Richtung Bananenplantage. Wir kämpfen uns etwas planlos durch den ständig wehenden Wind und durchs Dunkel der Nacht. Plötzlich taucht neben uns die Plantage auf und wir finden uns wieder in einem Squat etwas außerhalb der Stadt, wo gerade irgendein Geburtstag gefeiert wird. Wir lassen uns nicht lange bitten und genießen den ersten Abend in El Medano.

In den nächsten Tagen hängen wir fast ausschließlich in der bulgarischen Botschaft rum. Nicht nur, weil sie unser neues Zuhause ist und eine gemütliche Couch zu bieten hat, sondern auch, weil es das erste Mal seit langem wieder Strom (angezapft), fließendes Wasser (illegal) und eine richtige Küche (unbezahlbar) für uns gibt. Die Leute sind alle furchtbar nett, verrückt und immer für Balkandisco zu haben. Da ist zum Beispiel Igor, Filmemacher aus Mazedonien, der gerade einen Film über einen Ball dreht und sich, seit er das Haus im Januar gesquattet hat, nicht mehr aus El Medano wegbewegt hat. Dazu kommt Luisa aus Bulgarien, bisschen Hausmutti, allround Akrobatin und die trashigste Erscheinung seit Langem. Jeden Tag wechselt sie mindestens 20 Mal das Outfit und jedes Mal ist das Oberteil so gut wie keins. Der Ruhepol dazwischen ist Or, ein reisender Hippie aus Israel und Julia aus Bulgarien, die eigentlich nur nach 'nem Job auf Teneriffa sucht und bei ihrem Couchsurfer rausgeflogen ist. Nach ein paar Tagen kommen noch Estefania aus Spanien und Anja aus Chile dazu, die so planlos und zufällig wie wir in El Medano gelandet sind. Außerdem hängen jeden Tag noch unzählige andere Leute im Haus mit rum und an den Abenden sowieso.

Unsere erste Entdeckung in der Außenwelt, es ist scheiß windig – und zwar immer. El Medano ist die windigste Ecke Teneriffas und Hotspot für Kite- und Windsurfer. Wenn's dann mal doch nicht so stürmisch ist, hängen wir gemeinsam am Plaza oder am Strand rum,jonglieren, üben Einrad fahren oder genießen einfach nur die Sonne. Ist es draußen zu ungemütlich wird die Bude aufgeräumt und gemeinsam gekocht. Das Essen dafür holen wir uns allabendlich aus dem Container um die Ecke. Und hier ist wirklich „Dumpster Diving“ angesagt. Die Container sind unter der Erde und der Einstieg ist eine Metalröhre, die aus dem Boden guckt. Ein Freiwilliger muss dann reinspringen und die Säcke mit dem Essen raussuchen und hochreichen. Mal abgesehen von der eher stinkigen und ungemütlichen Prozedur ist das recyceln hier das reinste Paradies. Jeden Tag genügend Essen für mindestens 10 Leute und alles ist dabei, vom Brot, Wurst, Käse über massig Obst und Gemüse bis hin zu Jogurt und Naschwerk.

Und so vergehen die Tage bis zum Abflug, zwischendurch machen wir noch etwas Kohle mit einer Sandskulptur am Strand, treffen noch mal alte Bekannte wieder, betrinken uns fürchterlich, genießen die chaotisch solidarische Stimmung, haben lustige Diskussionen, kulinarische Höhepunkte und und und …...

Nach und nach verlassen aber alle wieder das Haus und El Medano, auf der Suche nach neuen Orten, Menschen, Abenteuern oder einfach nur Geld. Igor und Luisa wollen zurück kommen und im Haus ein Zirkusprojekt aufziehen, bis dahin wird eine Familie dort leben. Und mit einer Träne im Knopfloch heißt es auch für uns Abschied nehmen, von Max, der nach London geht, von den Inseln, auf denen wir 'ne wunderbare Zeit hatten und von den tollen Menschen, die in so kurzer Zeit zu so guten Freunden geworden sind.


4.4.12 18:46
 
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