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¡Poomba!

Lang hat´s gedauert, 2012 ist fast schon wieder rum, die Apokalypse laesst auf sich warten und ebenso die schwarzen Katzen. What happend? Keine Sorge, wir sind nicht am Kaktus kleben geblieben und auch noch nicht vom Vulkan verschluckt. Aber alles der Reihe nach...

La Laguna

Nach unserem Kurzbesuch in Deutschland sind wir mit einer Prise Besinnlichkeit im Rucksack und gefuellter Reisekasse dem Winter soweit wie moeglich entflohen, d.h. auf die Kanaren, genauer Teneriffa.
Angekommen sind wir dann aber in La Laguna, was natuerlich die kaelteste Stadt auf der Insel ist. Aber was soll´s. Wir wurden warm empfangen, von Piñero, einem Dude, den wir auf´m Rainbow Gathering kennengelernt hatten und der in einem besetzten Haus wohnt. So konnten wir dann erstmal unsere Sachen unterbringen, uns bisschen aklimatisieren und ein Tag spaeter ist auch Max angekommen, ein Dude aus Brasilien, den wir in Portugal getroffen haben, und mit dem wir seitdem gemeinsam reisen.
Im Nachhinein hat sich La Laguna als recht guter Einstieg fuer Teneriffa erwiesen. Denn hier sind einfach alle verrueckt. Eine Nacht in La Laguna, waren wir draussen unterwegs und sind recht spaet zurueck zum Haus und kurz vor´m Haus fragt uns ein Typ nach Feuer und Sekunden spaeter bruellt er los "Ich bring euch alle um! Jetzt!" Wir sind dann ziemlich fix zum Haus gelaufen und der Typ uns hinterher und als wir oben auf der Treppe stehen kommt der Typ weiter hinterher, kracht in den Zaun und torkelt dann ins untere Stockwerk, wo er gewohnt hat. Dort hat er dann auch die restliche Nacht randaliert und rumgebruellt. Super, wir wohnen also mit einem Verrueckten, der uns toeten will im selben Haus. Wir haben vor Schiss die ganze Nacht nicht gepennt und Fluchtplaene geschmiedet, falls er tatsaechlich hoch kommt. Max: "OK guys, when he kicks the door, we have three seconds to run in the kitchen and get a knife."
Naja, haben die Nacht ueberlebt aber die restlichen Tage immer Schiss gehabt, den Kerl wieder zu treffen. Wenn wir nicht grad Todesangst hatten, haben wir uns die Stadt angeguckt, bisschen Shows auf der Strasse gemacht. Nachts waren wir meistens im Haus, wo die Stimmung aber eher strange war und alle irgendwie durch. So hat es uns dann auch nicht allzulange in La Laguna gehalten und schliesslich sind wir ja auch fuer die Sonne hierher gekommen. Also ab nach Santa Cruz de Teneriffe und von dort aus mit ´nem gratis Bus nach Los Christianos. Fuer alle, die es vielleicht nachmachen wollen, einen gratis Bus bekommt man hier folgendermassen: Von Los Christianos aus fahren fast alle Faehren zu den anderen Inseln. Von St. Cruz aus gibt es deshalb Shuttlebusse von den Faehrunternehmen. Die fahren ein kleines Stueck abseits vom Busbahnhof. Beim Einsteigen wird man dann gefragt, ob man ein Ticket fuer´s Boot hat. Dann sagt man einfach, dass man das erst im Hafen kauft und zack sitzt man im Bus. Wenn der Bus dann im Hafen ankommt, steigt man einfach aus und geht weg. Da steht dann auch niemand und guckt wer ein Ticket hat und wer nicht.
Los Chritianos selbst ist brutal zum Kotzen es sind ca. 15 km Kueste nur mit Hotels und Touris zugeschissen, aber komplett. Die ganze Gegend hat absolut nichts mit den Kanaren zu tun, alles ist absolut kuenstlich. Wenn man das aber hinter sich laesst, kommt man nach La Caleta. Und in La Caleta, hinterm Berg da ist eine kleine Bucht mit Hoehlen, Kakteen, Eidechsen und Leuten, die einfach so leben wie´s ihnen passt.

The golden days of La Caleta

Wie die Motten wurden wir angezogen vom Licht eines Lagerfeuers. Um dieses Feuer scharten sich ein paar bierselige Gestalten und begruessten uns recht herzlich, purzelten herum und fluchten. Alles klar, sah schonmal nicht nach Hippies und endlos langweiligen Naechten mit Mantras aus.
Am naechten Tag haben wir dann erstmal die Umgebung ausgecheckt. Zwischen Kakteen und Felsen haben wir dann auch ´nen chilligen Lagerplatz gefunden und uns niedergelassen, wir im Zelt und Max unter seiner Plane. Eine der Gestalten vom Vorabend stellte sich als bloody Cris heraus. Der Dude war permanent am fluchen ueber "lazy germans", "bloody cactus", "bloody hippies" und eben ueber alles. Nach der siebten Flasche Wein (noch vor Daemmerung) meinte er: " I don´t believe in Peace and Love, I believe in violence!". Krasser Kerl, aber trotzdem nett, er hat in der Gemeinschaftskueche immer fuer alle gekocht, hat alles geteilt und irgendwie mochte er uns drei. Er hatte krasse Geschichten aus seinem Leben zu erzaehlen und ist insgesamt ziemlich taff. Nach ein paar Tagen hat er sich echt eingekriegt und mit Saufen aufgehoert (was bedeutet, er hat erst abends angefangen zu trinken). Dafuer war er dann jeden Tag in der Stadt und hat als Living Statue Geld gemacht.
Die Anfangszeit in La Caleta haben wir hauptsaechlich mit Relaxen verbracht. Als wir dann unser Lager etwas umbewegt haben, ist der naechste Charakter aufgetaucht - Aznar "Sahara Sur". Er hat Max geholfen seine Plane aufzubauen, bzw. er hat ihn rumkommandiert Kram zu besorgen und hat dann alles aufgebaut und Max stand daneben. Der Dude kommt, wie er stets und staendig betont hat, aus der Sahara, lebt aber eigentlich schon seit 16 Jahren auf den Kanaren. Lustiger Typ, hat die ganze Zeit voll den harten Touareg raushaengen lassen. Einen Abend hat er zum Beispìel auf einem riesen Feuer Kuskus fuer alles gemacht und sich dabei tierisch die Arme verbrannt, aber ohne eine Miene zu verziehen. Dazu meinte er: "In Afrika wird so gekocht!"
In den folgenden Tagen sind dann noch ein paar echt nette Leute eingetrudelt, z.B. Hans aus Oesterreich, den wir davor schon in La Laguna getroffen hatten. Der Kerl war einfach unglaublich gut darin Essen umsont zu kriegen. Eines Abends waren wir in La Caleta auf einer Fiesta von den Locals. Als wir angekommen sind, war unsere Truppe schon etwas angetrunken und die Locals reichlich im Strom. Hans ist dann rumgerannt und hat zwei Kisten Kartoffeln, endlos viel Brot und mindestns 4 Kilo Fleisch klar gemacht. Danach hat er die Spanierinnen angeschnorrt: "Magst du mir ein Bier bezahlen?" Als dann ein Auto abgefahren ist, hat er sich mit einem Hechtsprung davorgeworfen: "¡Nooooooooo! Comeda para basura! "
Die ganze Fiesta war auch echt cool. Wir hatten davor alle eher schlechte Erfahrung mit den Leuten vor Ort gemacht, weil da halt alles Tourigegend ist. Fuer die Locals sind also alle Auslaender Touristen und Touristen haben gefaelligst fuer alles zu bezahlen. Auf der Fiesta waren die Leute aber super nett, haben mit uns gefeiert, getrunken, gelacht und Musik gemacht.
Ein paar Tage speater ist es am Strand richtig voll geworden. Da waren Leute aus Italien, Rumaenien, Estland, Daenemark, USA, Polen.... Dann wurde es auch richtig lustig. Wir haben einfach vor unseren Zelten gesessen, Sangria gezischt und Mucke gemacht und die Leute, die zum Wandern vorbei gekommen sind, haben sich gefreut, mit uns geredet oder uns einfach so Geld gegeben. Wenn wir nicht nur die Tage genossen haben, waren wir in der Stadt zum recyceln, Wasser holen und bisschen Geld reinspielen. Mal nur zu dritt, dann zu sechst. Jeden Tag gab´s Essen vom Feuer, alle haben alles geteilt, ohne dass das ausgesprochen wurde oder durch die Anwesenheit einer Gemeinschaftskasse quasi erzwungen wurde. In den Naechten haben alle am Feuer getrunken, sich gegenseitig verarscht, gelacht ohne Ende und mindestens genausoviel geflucht ueber die Kakteen, den Staub und die Touris.
Aber wie das so ist mit den offenen Orten, sie ziehen nicht nur nette Leute an, sondern auch kaputte Leute. So kam es wie es kommen musste. Wir sitzen alle Nachts am Feuer, ploetzlich Gebruell von einer Seite der Bucht. Zwei Italienern wurde alles aus dem Zelt geklaut und die haben dann angefangen jeden zu beschuldigen. Kaum hatte sich das beruhigt, kam ein rotzbesoffener Pole ans Feuer und faengt an rumzupoeblen, nach Leuten zu schlagen und Muell ins Feuer zu hauen. Das Ganze ging etwa eine Stunde bis er zu dicht war und pennen gegangen ist. Sein fetter Kumpel ist aber da geblieben und hat fuer Stunden nur Muell gelabert. Das Ende vom Lied war, dass die Gemeinschaftskueche aufgeloest wurde, weil der Pole der Meinung war, es waere seins, weil er ja schon seit 8 Jahren da am Strand lebt (was nix ist, worauf man besonders stolz sein sollte). Aber so haben wir dann gemeinsam mit den chillgen Leuten am naechsten Tag eine neue Gemeinschaftskueche aufgebaut, was ´ne ziemlich coole Action war.
Nach und nach haben die Leute dann aber den Ort wieder verlassen. Aznar ist z.B. mitten im Kochen aufgesprungen, weggerannt und nie wieder gekommen. Wir hatten nach fast ´nem Monat hier auch das Beduerfnis uns mal wieder richtig zu bewegen (nicht nur zum Wasser holen in die Stadt). Unser naechstes Ziel sollte El Hierro sein, die kleinste der kanarischen Inseln. Fuer die Faehre braucht man aber Kohle und das Geld in Los Christianos auf der Strasse zu machen, haette dann doch zu lange gedauert. Wir haben zwar alles probiert, von jonglieren, Poi spielen, musizieren, Clownsshow bis hin zur Drei-Leute-Feuershow, aber die Ausbeute war jedesmal die Muehe nicht wert. Also haben wir eine Idee umgesetzt, die uns schon die ganze Zeit im Kopf rumgeschwirrt ist. Jeden Tag sind hunderte Touris an unseren Zelten vorbei gekommen um in der Gegend zu wandern. Warum also in die Stadt gehen, wenn die Leute ja sowieso zu uns kommen und uns schon gelegentlich Geld nur fuers rumhaengen geben?
Und so haben wir einfach direkt hinter unserem Zelt eine riesen Eidechsenskulptur aus Steinen gebaut. Das ganze huebsch geschmueckt und bisschen bemalt und siehe da, nach drei Tagen hatten wir 80€. Die einzige Arbeit war das aufbauen, was etwa 6 Stunden gedauert hat und dann brauchten wir nur noch jeden Tag neben der Skulptur sitzen und bisschen mit den Leuten quatschen, die vorbei kommen.
Bevor wir abgefahren sind wurde allerdings Max noch verrueckt gemacht, von einem Dude, der vermutlich auf LSD haengen geblieben ist und schon seit Jahren am Strand lebt. Seine Saetze bestehen hauptsaechlich aus " Agua Papel. Fa mal. Si! No! Niños escola catolic!". Max meinte er hat angefangen ihn zu verstehen. "He hates us and want to kill us. I´m sure". Es war also mal wieder soweit. Bevor wir nochmal eine Nacht in Todesangst verbracht haetten, haben wir dann lieber unsere Sachen gepackt und sind ab nach El Hierro.



23.2.12 19:26
 
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