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Die Kommune Cento e Oito (108)

Lissabon und den Großstadtmief hinter uns lassend haben wir uns weiter Richtung Süden bewegt. Erstmal um bei Porto Covo ein paar Tage am Atlantik zu zelten, wo wir eine interessante Begegnung hatten. Da sind wir in eine ganz strange aber irgendwie auch nette und interessante Situation geraten. Fuer mich wars ein bisschen wie in einem Maerchen, mit Elfen, Propheten und einer verruecken alten Hexe, fuer Paul war es eher wie in einem Horrorfilm, mit stuermischen Naechten, abgelegen am Atlantik, eine verrueckte Restaurantbelegschaft und niemand der uns hier helfen und finden kann. Jedenfalls waren wir danach um eine lustige Begegnung und schoene, wenn auch verrueckte Gespraeche reicher und haben uns dann zur naechsten Kommune aufgemacht,

Diese heißt Cento e Oito (portugiesisch für 108) und liegt in der Nähe von Colos, in direkter Nachbarschaft zur riesen Kommune Tamera . Weil mensch an Tamera vorbei kommt und die da einiges bewegen, haben wir auch dazu etwas geschrieben. Wer es lesen moechte, kann unter der Rubrik "Projekte" nachsehen.

Den Tip fuer Cento e Oito hatten wir in Nisa von Moabi und Michael bekommen. Hier leben ca. 10 Menschen aus verschiedenen Laendern fest und dazu kommen im Schnitt um die 5 bis 10 Gäste, die meisten davon sind von Tamera enttaeuschte oder zufaellig hier gestrandete Reisende, oder wie Ruth sie nennen wuerde "Youngsters". Die Gruender der Kommune hatten vorher selbst in Tamera gelebt und sich dann fuer ein selbstbestimmteres und familiaereres Kommunenleben entschieden. Das Gelaende ist ca. 4 Hektar gross. Die Leute wohnen hauptsaechlich in Wohnwaegen. Dazu gibt es dann noch eine Gemeinschaftskueche und das "Wooden House", sozusagen das Kommunenwohnzimmer. Es gibt einen Gemuese- und Kraeutergarten, Solaranlagen und -duschen und einen noch sehr jungen, selbst angelegten, See.

Ausserdem gibt es hier auch noch ein soziales Projekt. Die Kommune versucht (wie der Name cento e oito - 108 schon sagt) sich auf einige Aspekte aus dem Buddhismus zu beziehen und dadurch ein ehrliches und selbstverantwortlioches soziales Zusammenleben aufzubauen. In der Praxis sieht das dann so aus, dass versucht wird alle sozialen Geschehnisse und inneren Gefuehle fuer alle transparent und oeffentlich zu machen. Da kann es schon vorkommen, dass man beim gemeinsamen Morgentreffen ganz offen erzaehlt, wer letzte Nacht mit wem geschlafen hat, warum wird denn um sowas auch immer so ein Versteckspiel gemacht. Es geht dabei aber um noch mehr. Als Hilfsmittel dafuer gibt es hier einmal woechentlich das Forum. Dabei steht immer eine Person im Zentrum, die den anderen mitteilt, was gerade in ihr und ihrem Kopf passiert. Die Person darf auch ihre Gefuehle und Meinungen ueber andere mitteilen. Diese widerum duerfen zwar darauf reagieren, jedoch sollte das nicht in Form von Rechtfertigung, Diskussion oder Vorwuerfen geschehen, denn - und das ist ja der eigentliche Grundgedanke an der ganzen Sache - es geht ja darum, zu versuchen, selbst dabei in einem Buddhastadium zu verbleiben. Das bedeutet, dass man erkennt, dass alles was wir ueber andere denken, was wir fuehlen und was uns zustoesst, durch uns selbst konstruiert ist. Umgekehrt heisst das, dass alles was andere zu uns sagen, deren Konstrukt ueber uns ist. Wir haben also die Wahl, dieses anzunehmen oder anderer Meinung zu sein. Es wuerde zu weit fuehren, das jetzt noch weiter zu erklaeren, aber soweit erstmal der zentralste Grundgedanke.

Als wir hier vor drei Wochen ankamen, herrschte richtig wildes Treiben. Viele Gaeste, viele Baustellen und viel Durcheinander. Unser Hauptprojekt hier war der See. Wir haben die Daemme verstaerkt und erneuert und mit Ruth, einer richtig taffen Frau aus der Schweiz, den See ringsrum begruent. Sepp Holzer, der Permaculture-Oberguru hatte gerade in Tamera einen Workshop fuer sechs Russen gehalten und kam uns einen Tag lang besuchen. Er ist die Cholerik in Person und hat sich ueber den "haesslichsten Krater westlich des Urals" ausgelassen. Ruth, die ihn schon lange gut kennt, hat das nur belaechelt. Trotzdem hat sogar Sepp Holzer unsere Daemme gelobt. Ein anderes Projekt ist das Lehmziegelhaus. Es soll bis zum Winter fertig werden und dafuer muessen jede Menge Lehmziegel produziert und das Dach gebaut werden, inklusive Treppen, Tueren und Fenster. Wir haben an einem Tag eine Communityaction am Haus gemacht, was richtig Spass gemacht hat. Ansonsten ist das Haus eher die "dark side of the community". Durch Zeitdruck und Stress und die verschiedenen eigensinnigen Charaktere die dort aufeinander treffen, ist es dort schon mehrmals eskaliert. Tja, wer Friede, Freude, Eierkuchen erleben will, ist in dieser Kommune nicht richtig. Die Leute hier sind sehr verschieden und man bekommt die volle Ladung Echtheit mit.

Trotzdem ist es richtig schoen hier. Ausser den Kommunenbewohnern haben wir einige tolle Menschen kennen gelernt. Bestimmt 20 Leute haben wir in der Zeit kommen und gehen und manchmal wieder kommen sehen. Michael aus Russland zum Beispiel, den wir hoffentlich auf den kanarischen Inseln wieder treffen werden. Mit ihm hatten wir auch einen Kneipennachmittag in Colos und da tauchte ploetzlich Helene auf, die wir jetzt schon zum dritten Mal wieder treffen. (vorher schon in Nisa und Lissabon) Ausserdem Ejal aus Israel und Adrian aus Deutschland. Und jetzt sind gerade auch noch Andre und Nick da, zwei Freaks, die wir wahrscheinlich in ein paar Tagen nach Aljezur, zur Kommune Perro Negro begleiten werden.

Ausser dem taeglichen Kommunenleben gab es hier ein paar witzige, sueffige Abende mit guter Musik, ein paar Ausfluege in die Kneipe und nach Tamera (mit einer fuer uns sehr ungewoehnlichen, spirituellen Erfahrung beim Steinkreis) und auch zwischendurch immer Spass und lustige Tage.

Bald sind wir wieder on the road !!



11.11.11 21:31
 
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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


cinnamoncookie (8.9.14 15:14)
hallo! wir sind grad in portugal und wuerden sehr gern in die cento e oito community, aber wir finden keine anhaltspunkte, wisst ihr, wie man da hinkommt? ganz liebe gruesse aus dem sueden

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