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Bye Bye Babylon !

Das Rainbow Gathering

"Welcome Home" wurde uns zugerufen, als wir in den alten Bus voller Hippies einstiegen. Alle sahen bunt und froehlich aus und unterhielten sich ueber die Camps. Wir mussten von Salto noch ungefaehr fuenf Kilometer holprigen Trampelpfad zum Berg fahren. Dort angekommen, begaben wir uns erstmal zum Welcome-Center. Viele nackte Leute, Menschen mit Rucksaecken und bunte Gestalten kamen uns entgegen. Das Welcome-Center, war ein kleines Lager, mit Feuerstelle fuer Essen und Kaffee. Bunte Bilder hingen an den Baeumen und wir bekamen Umarmungen und ein paar Sachen zum durchlesen. Dann suchten wir uns einen Zeltplatz.

Vielleicht aber erstmal allgemein zum Rainbow:
Die Idee "Rainbow" entstand vor etwa 50 Jahren in Nordamerika. Heute gibt es in jedem Land Rainbow-Gemeinschaften. Dabei geht es hauptsaechlich darum, im Einklang mit der Natur und den anderen Menschen zu leben. Es wird versucht sowenig wie moeglich von der Natur umzuwandeln und soviel wie moeglich so zu nutzen, wie es von der Natur bereitgestellt wird. Ausserdem wird darauf geachtet mit der Gemeinschaft so autonom wie moeglich zu leben. Geld spielt dabei ueberhaupt keine Rolle, genausowenig wie Eigentum. Alles was da ist, wird unter allen aufgeteilt. In jedem Land gibt es mehrere groessere Rainbow-Treffen. Einmal im Jahr gibt es dann ein europaweites Treffen mit mehreren tausend Leuten. (In Amerika sogar mit bis zu zehntausend). Das Land fuer das jeweils naechste grosse Treffen wird beim gathering beim Vision-Circle entschieden, wo jeder mitmachen kann. Urspruenglich waren die Rainbow-Gemeinschaften auch ein heilender Ort, also kein Kaffee, kein Alkohol, kein industrieller Zucker und keine Drogen. Mittlerweile wird das aber in den meistens Gemeinschaften und vor Allem auf den grossen Gatherings nicht mehr so strickt umgesetzt. Ausserdem gibt es neben den "Normalkonsumenten" auch einige Leute, die pflanzliche (halluzinogene) Sachen zeremoniell nehmen.
Die Rainbow-Gemeinschaften nennen sich selbst Familien. Es war manchmal schon ein bisschen strange mit "sister" oder "brother" angesprochen zu werden oder dauernd "I love you, beautiful family" zu hoeren. Auf den Gartherings trifft man auch viele Freaks, die krass auf die spirituelle und esoterische Schiene abgehen. Da sieht man schon mal Sachen wie Leute, die das Essen und das Feuer anbeten, haendchenhaltend im Kreis stehen und sich Energie weitergeben oder stundenlang Mantras am Feuer singen. An vielen lagerfeuern, vor Allem an den grossen, sitzen die Leute im Kreis, manche machen Tee, Kaffee oder Chiapati und andere Musik und keiner unterhaelt sich, alle singen mit oder hoeren zu.

Im Wald angekommen tauchten ploetzlich jede Menge Camps und Leute auf. Das Gelaende war riesig. 3000 Leute aus ganz Europa waren da. Aussteiger, Reisende, Esoterik-Freaks, Hippies und Anarchisten. Es gab keinen Strom und Wasser konnte man aus den Quellen holen. Abseits der Zelte wurden Shit-Pits errichtet und sogar selbstgebastelte Duschen gab es. Es gab, eine Medizin-Area, Children-Space, Yoga of nature, verschiedene Tippis, den music-temple und das seed-camp, in dem die Leute wohnen, die schon ein paar Monate vor dem gathering da sind, um Sachen vorzubereiten. Weiter oben auf dem Berg gab es das main-fire und den Food-Circle. (Das Feuer brannte dort ununterbrochen wegen der Energie und Spiritualitaet und so) In einer selbstgemachten Kueche, aus grossen Feuerstellen, kochen mehrere Leute (immer wer gerade Lust hat) fuer mehrere tausend Hungrige. Dann wird von allen ausgerufen "Food Circle Now". Wer es gehoert hat, ruft es wieder laut weiter, bis alle in dem riessigen Wald es gehoert haben. Um das main-fire wird ein grosser Kreis gebildet und Leute teilen dann Essen aus. Am main-fire gibt es nachts Musik und nackte Leute, die um das Feuer tanzen. Hinter dem Food-circle gab es noch den Coffee-Mountain. Ausserdem jede Menge Kuehe, die gerne mal Essen, Plastikkram und Klamotten weg mopsen.

Wir waren insgesamt zwei Wochen beim Rainbow Gathering. Manche bleiben sogar noch ein paar Monate. Wer nicht dort war, kann sich nicht vorstellen wie soviele Menschen mit soviel Liebe und Frieden zusammen sein koennen. Alles ist total informell organisiert. Es gibt keine Orga-Gruppe und keine Grossstrukturen. Wer etwas an alle sagen will oder etwas machen will, der tut es einfach. Beim essen laufen viele Leute herum, die Workshops ankuendigen, irgendetwas loswerden wollen oder etwas suchen. Wir haben dort ein paar Artistik-Sachen gelernt, waren bei einem Permaculture-Workshop und bei einem Vernetzungscircle. Es war krass zu sehen, wieviele Leute es allein in Europa gibt, die ihre Utopien wahr machen.


Wir hatten uns mit ungefaehr zwanzig Leuten aus Spanien, Deutschland, Estland, den kanarischen Inseln, Portugal und Frankreich ein cooles Camp aufgebaut. Dort haben wir auch zwei Leute aus Jena getroffen, Lydia und Martin, die auch erstmal ihre Wohnung aufgeloest haben um als Herumreisende zu leben. Am Ende hatten wir richtig gute Freunde und einen Sack voller Adressen von leuten, Kommunen, Gemeinschaften, Protestcamps und anderen Sachen aus ganz Europa. Es war auch krass wie nett die Leute vom Dorf zu uns waren. Wir sind mit der Feuerwehr und dem Buergermeister vom Wald ins Dorf getrampt. Die Rainbow Leute durften in der feuerwehrwache duschen, schlafen und Internet benutzen und wurden von den Dorfleuten zu einer "Strassenparty" eingeladen. Am letzten Tag sasen wir zu viert in Salto im Regen, da kam eine Frau an und hat uns Gemuese geschenkt und zehn Minuten spaeter kam ein Typ, der uns in seine Scheune zum schlafen eingeladen hat. Er meinte, dass er das Haus einfach von der Gemeinde geschenkt bekommen hat, weil es eh leer steht und der Buergermeister von Salto auch Land und Haeuser umsonst fuer Projekte zur Verfuegung stellt.

Insgesamt war das Rainbow-Gathering so voll von voellig neuen Erfahrungen. Es hat stellenweise viel Offenheit gefordert aber sie auch entwickelt. Es ist schwer jemanden zu beschreiben, der es nicht selbst erlebt hat, aber ich habe noch keinen Ort gesehen, an dem Solidaritaet, Utopie und das andere, bessere, echtere Leben so echt und spuerbar war. Es war eine unglaubliche Fuelle an Kreativitaet und Freude dort und voll von leuten, die nicht von einer anderen Welt reden, sondern sie tatsaechlch praktizieren, leben, teilen und verbreiten. Manche nennen das Rainbow, andere haben andere oder gar keine Namen dafuer. Wir nennen das Anarchie.



6.9.11 03:41


Bragança

Froh darueber, Frankreich zu verlassen, haben wir uns aufgemacht, das Rainbow Gathering zu suchen. In Toulouse hatten uns zwei Kolumbianer davon erzaehlt. Das Einzige, was wir darueber wussten war, dass das Rainbow irgendwo in Portugal sein soll. Wage genug, um dieser Spur nachzugehen. In nur zwei Tagen sind wir bis Bragança, einer Kleinstadt in Nordportugal gekommen. Zwei Tage ist ne verdammt gute Zeit dafuer, dass wir anstatt ernsthaft zu trampen nur faul im Schatten lagen, weil uns die fast 40-Grad Hitze erschlagen hat. Kaum waren wir in Spanien, wurde alles laessiger. Die Leute sind unkomplizierter und chaotischer und im Vergleich zum schicken und gediegenen Frankreich wurde alles ein bisschen abgefuckter, steiniger, trockener und bergiger. Wir haben morgens an einer spanischen Tankstelle mit zwei LKW-Fahrern gefruehstueckt und lagen danach im Gras rum, als unser entscheidender Tip kam. Zwei Leute in einem Transporter meinten, dass in Bragança ein Mittelaltermarkt stattfindet, auf dem man bestimmt Leute trifft, die vom Rainbow Gathering wissen. Kurz danach hat uns auch gleich ein netter Mensch mitgenommen. Und da hatten wir in zwei Tagen zwei Grenzen ueberschritten.
Bragança ist eine richtige portugiesische Bilderbuchstadt. Jede Menge leerstehende, alte Haeuser, Feigen- und Olivenbaeume, bergige und felsige Landschaft und richtig nette, gastfreundliche Leute. Auf dem Weg zur alten Burg, wo der Markt sein sollte, hat uns Alfredo eingesammelt, ein aelterer Mann, der jetzt in hamburg wohnt, aber aus Bragança kommt und dort grad grosses Famillientreffen hatte. Er hat uns gleich zu Wein eingeladen, uns die Stadt gezeigt, uns Bier in der Kneipe ausgegeben und zum Essen eingeladen. (Der ganze Tisch war voll gedeckt, nur mit Fleisch und Fisch). Wir konnten jeden Tag zu ihm zum Essen kommen. Er kannte auch einen Mitveranstalter vom Mittelaltermarkt und schon hatten wir dort einen Zeltplatz und nochmal Sangria, was uns dann irgendwann sehr betrunken gemacht hat. Fuer das Dorf waren wir eine richtige Attraktion. Wir wurden von allen angeguckt, Geld wurde uns geschenkt und wenn wir nackt im Fluss baden waren, hatten wir ein Publikum von zehn bis zwanzig Leuten. Auf dem Mittelaltermarkt haben wir dann auch rausgefunden, wo das Rainbow Gathering stattfindet, in einem kleinen Dorf namens Salto, zwischen Bragança und Porto.

6.9.11 03:36


Frankreich

Wie Gott wollten wir leben, aber wir sind nur bis Frankreich gekommen. Nach freiburg war es Zeit fuer was Neues. Zwar hatten wir ja geplant, zu dem Camp nach Nantes zu fahren, aber unsere Plaene wuren vereitelt. Zuerst sind wir 300km in die falsche Richtung getrampt (von Dijon nach Lyon, statt nach Orleans) dann waren wir einen tag spaeter wieder halbwegs auf der richtigen Faehrte, sind aber circa 200km vor Poiters stecken geblieben. Sage und schreibe 2 Tage haben wir im Regen an ein und derselben Raste festgehangen. Da hatten wir die Schnauze natuerlich gruendlich voll uns sind mit dem ersten Auto Richtung Sueden gefahren. Also wieder zurueck nach Lyon und von dort direkt nqch Marseille.
Ohne Plan und Dusche standen wir also nach 4 Tagen Autobahn in Marseille. "Welcome to Marseille" bruellt es uns aus einem Auto entgegen. Fuer die erste Nacht haben wir einen Notruf bei CXouchsurfing losgeschickt, an fast alle Couchsurfer in Marseille. Der gute Sammy hat sich dann tatsaechlich unserer erbarmt und auch gleich noch 3 Belgier ohne Schlafplatz aufgenommen. Am naechsten tag haben wir nochmal den Pennatz gewechselt, zu Camille, bei dem wir die restlichen 3 Tage waren. Mit ihm waren wir bei 'ner ziemlich coolen Party (fast) auf den Daechern der Stadt. Ansonsten haben wir leider nur die ueblichen Touri Spots besichtigt und Marseille hat uns eher nicht so gepackt.



Danach gings weiter nach Toulouse, eine richtig gute spontane Entscheidung. Zuerst hat uns die saubere Stadt und die ScienceFiction-Ubahn etwas geschockt (die faehrt ohne Fahrer). Als wir bei Frederic, einem couchsurfer, ankamen, wars richtig chillig. Der wohnt in einem riesen Haus mit Umsonstladen und Infostand und einem Garten voller frischem Gemuese (yund anderen Pflanzen ) und hat uns gleich richtig gute Tips und Adressen gegeben. Wir haben eine richtig coole (schon lange und jetzt nicht mehr) besetzte Halle eines Kuenstlerkollektivs entdeckt. Mix Art Myrys. Eigentlich wollten wir dort an ein paar Sachen basteln, wurden aber immer wenn wir dort waren voellig unfreiwillig von den Leuten betrunken und stoned gemacht. Aus ein paar Tagen die wir bleiben wollten wurden zwei Wochen und wir sind mit Pennplaetzen und richtig guten Bekanntschaften nur so ueberschuettet worden. Wir haben bei insgesamt fuenf verschiedenen interessanten und auch strangen Leuten geschlafen. Es wuerde den Artikel sprengen ueber jeden und alles zu erzaehlen. Unser bester Freund hier heisst Martin, der zusammen mit Selassy in einer winzigen Wohnung wohnt. Mit den beiden waren wir viel unterwegs. Mittlerweile sind wir es richtig gewohnt nur draussen zu sein, viel (immer barfuss) rumzulaufen und das einfache und schoene Leben zu geniesen. Mal finden wir Zigaretten auf der Strasse, verdienen Geld mit jonglieren und Shows auf der Strasse, kriegen gratis Essen, finden Tricks raus umsonst in die Metro zukommen (einmal wurden wir erwischt aber wir sind ungestraft davon gekommen mit "non francais") oder mit als Scuhe getarnte Socken in den Supermarkt zu gehen. (Man darf nicht ohne Schuhe rein). Wir haben die Gitarre verkauft um sie durch eine Ukulele zu ersetzen mit der wir dann Strassenmusik machen koennen und die restliche Zeit haben wir draussen rumgehangen, diverse leute besucht und die Naechte am Fluss verbracht. Und ueberall waren nette Leute, die uns mit Bier, Wein und Rauchzeug versorgt haben.
Insgesamt war Toulouse richtig gut. Frankreich insgesamt: Relativ teuer, die Leute sprechen wirklich wenig englisch, franzoesisch ist gar nicht so schwer zu lernen. Die Leute sind eigentlich chillig und lustig aber Frankreich ist nicht so ueberragend aufregend wie wahrscheinlich Spanien und Portugal.




Adressen in Toulouse:
Mix'Art Myrys (Kuenstlersquat): Rue F. Lassalle
Squat in der Kirche: Rue Danielle Casanova
Der Fluss: alles in der Naehe von "Place de la Daurade" ist cool, ausserdem noch " Prairie des Filtres
Unser naechstes Ziel: Das Rainbow Gathering in Portugal finden.

PS: Schreibt uns mal Wuerden uns freuen.
8.8.11 00:22


Freiburg

Nach 10 echt schönen Tagen auf der Fusion und mit jeder Menge Kram, vom Überreste auf'm Zeltplatz plündern, im Gepäck ging's auf nach Freiburg. Der Versuch einen Abstecher in Jena zu machen scheiterte unterdes an höherer Gewalt bzw. an Menschen, die nicht wissen wo sie lang fahren.

Im Gegensatz zum Februar empfing uns Freiburg dieses Mal mit strahlendem Sonnenschein und einer netten Party im "Studentendorf" in der Vauban. Außerdem waren ab Mittwoch die "Recht auf Stadt"-Tage in Freiburg. Es gab also genügend zu tun und der Subversion zu ihrer Verbreitung zu helfen. Wir haben die Zeit und das gute Wetter genutzt um uns die Stadt ein bisschen genauer anzusehen, im See zu baden und anschließend erfolgreich auf Tauchertour nach einem verlorenen Fußband zu gehen. Auch dem seit über einem Jahr besetzten Haus in der Gartenstraße 19 haben wir oft Besuche abgestattet um von der lecker Vokü zu naschen und in der Kneipe zu chillen. Auf dem akut räumungsbdrohten Wagenplatz "Kommando Rhino" haben wir uns ordentlich mit Vegi-Aufstrich vollgestopft. Leider gibt's in Freiburg kein Sterni, was angesicht von Oettinger als einziger Alternative ein echtes Manko ist. Dafür gibt's in Freiburg (und vor allem in Jojos WG) jede Menge nette Leute, mit denen mensch schnell und unkompliziert ins Gespräch kommt. Ansonsten haben wir auf verschiedenen Wegen aktiv an den "Recht auf Stadt" Tagen teilgenommen. Auch Freiburg ist seinem Ruf als "Green City" gerecht geworden, wir haben lange nicht mehr soviel Bullen gesehen. Nachdem diese sich bei der Nachttanzdemo erstaunlich zurück gehalten hatten, haben sie ihre Energie bei einer Hausbesetzung am Tag danach rausgelassen. Aber wir verzagen nicht, denn wie immer gilt: "The policeman look like frog, jumping up and jumping down, but can't save the crown!"

In diesem Sinne geht unsere Reise morgen weiter nach Frankreich zum dezentralen Anti G20 Camp bei Nantes.

Grenzüberschreitend - neugierig - wild - unzertrennlich

Einige Tage Stadt selber machen

Besetzung am Samtag und Bilder

Wagenplatz Kommando Rhino !!! AKUT räumungsbedroht !!!



 

 

18.7.11 01:30


Fusion

 



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Leben - Schweben- Fliegen 

Frei Sein- High Sein

17.7.11 19:11


Die Farm in der polnischen Pampa

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Hier her zu kommen hat uns wieder einmal zwei Tage gekostet. Als wir nachts immer noch mit unserem Schild an der Strasse standen, hat uns ein netter Mensch eingesammelt und uns bei ihm schlafen lassen. Dort gabs erstmal fett was zu futtern und ein paar Tramp- und Couchsurfing-Stories. Am naechsten Tag (um halb 7 morgens!!) hat er uns dann an der Strasse abgesetzt und uns noch ein besonderes Geschenk ueberreicht, das er jedem Couchsurfer schenkt, der bei ihm schlaeft. Und so kamen wir zu einer dreisprachigen Ausgabe des Neuen Testaments.

Jetzt befinden wir uns in Gebieten, die nicht in Landkarten verzeichnet sind. Das Internet holt man hier noch mit Eimern aus dem Fluss. Der naechste Nachbar ist meilenweit entfernt. Hier, mitten in der polnischen Pampa, befindet sich ein Hexenhaus. Die Waende sind bunt, die Katze schwarz und die Kuechenregale voller verschiedener Kraeuter. Die Hexe, die hier wohnt heisst Gosia, hat lange Dreads und lange Roecke und interessiert sich fuer Feminismus. Der Hexenmeister heisst Macej, hat meistens ein Bier in der Hand und mag Kraeuter auch sehr gern ;-) Hauptsaechlich sind wir hier mit Unkraut jaehten und Holz stapeln beschaeftigt, was aber ganz okay ist. Ausserdem muessen wir uns vor zwei (stinkenden) Hunden in Acht nehmen, die einem nicht von der Pelle ruecken wollen, wenn man einmal Augenkontakt hersgestellt hat. Ausser ein bisschen zu arbeiten, chillen wir meistens (geht auch verdammt einfach, wenn man Bier und ne Tuete in die Hand gedrueckt bekommt). Zwischendurch waren wir auch mal baden in 'nem See und haben auf einem alten deutschen Friedhof ("juengstes" Grab von 1918) Kreuze umgetreten. Naja, eigentlich nur Fotos gemacht. Wenn wir nicht trinken, gibt's traditionelles polnisches Essen, Piroggen, Bigos und ein Haufen anderes fettiges Zeug.
Seit gestern sind noch zwei Kumpels von Macej hier zum Urlaub machen (Macej: "We are going do drink three days"). Dementsprechend lustig ist es hier. Paul hat es gestern gleich mal hart erwischt, so dass er ein paar Mal mit der Schubkarre umgefallen ist und zweimal schlafend von der Bank gefallen ist.

So, das wars im Grossen und Ganzen auch wieder. Uebermorgen gehts dann erstmal zur Fusion :-)

24.6.11 19:24


Danzig

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Zwei Wochen in Lesznowola waren genug, so wurde es Zeit die naechste Stadt heimzusuchen. Der Start war aber mehr als holprig. Nachdem uns Max an der Strasse vor Warschau abgesetzt hatte, haben wir zuerst dort einige Stunden gestanden, dann sind wir gerade mal bis an den hinteren Stadtrand von Warschau gekommen, wo wir nochmal ewig gestanden haben und letztendlich haben wir am ersten Tag noch die halbe Strecke geschafft und mussten irgendwo in der polnischen Pampa hinter 'ner Tanke zelten. Das alles natuerlich im permanenten Nieselregen. Am naechsten Tag ging's dann auch eher schleppend voran, so dass wir erst am speaten Nachmittag in Danzig angekommen sind.

Bei den Couchsurfern - Maciej und Ada - war's voll chillig. Die Leute waren so nett, wie ihre Wohnung klein. Kaum dass wir angekommen sind, haben wir schon das erste Bier in  Maciejs's Lieblingskneipe gezischt. Danach ging's weiter in die Innenstadt, wo wir erstmal noch mit Wodka vorgeglueht haben. (Unfassbar, die Polen sind beim Trinken auf der Strasse paranoider als Kiffer in Bayern). Anschliessend sind wir in 'ner juedischen Kneipe, dem MAZLE TOV, gelandet. So schnell sollte da auch kein Weg rausfuehren. Diese verrueckten Juden haben uns komplett mit Wodka abgefuellt. Total abgefahrene Leute, die nur Gruetze erzaehlt haben. Aber trotzdem nett. Wir sind schliesslich am fruehen morgen rausgestuerzt und zwar so hart, dass wir vor'm Hauptbahnhof standen und Leute nach dem Weg zum Hauptbahnhof gefragt haben, weil wir nicht mehr klar gekommen sind.

Am naechsten Tag ging's dann reichlich verkatert zu 'nem Aussichtspunkt bisschen ausserhalb, wo wir gefruehstueckt haben und den restlichen Tag am Strand gechillt. Wer mal in Danzig ist und nicht unbedingt am Touristenstrand liegen will, faehrt mit der Strassenbahn oder noch besser mit der S-Bahn nach Gdansk-Oliwa (bzw. mit der S-Bahn zur Haltestelle Zabianka) und geht von dort aus zum Strand. Ist zwar immer noch voll, aber nicht so schlimm wie im Zentrum. Tickets braucht mensch auch keine, zumindest haben wir in drei Tagen nicht einen Kontroletti gesehen.

Sonntag wollten wir dann eigentlich schon weiter ans Meer, sind aber haengen geblieben, was sich als perfekt rausgestellt hat. Dadurch sind wir naemlich in den Genuss eines voll guten Konzerts auf einem Dach in der Danziger Inennstadt gekommen. Freunde von Ada haben da voll faetzige polnische, russische und slowenische Lieder gespielt. Anschliessend gab's dann wieder reichlich Wodka und einen holprigen Heimweg. Auf der party haben wir auch 'nen voll netten Typen kennengelernt, der am naechsten Tag mit uns aus der Stadt gefahren ist und uns einen super chilligen Spot an der Ostsee gezeigt hat. Da warn fast keine Leute und der Sand hat gequitscht, so sauber war er. Dort haben wir noch zwei Tage gezeltet, sind nackt rumgelaufen und haben mit Regenwasser und Meerwasser gekocht, weil unsere Vorraete ausgegangen sind.

Danzig selber ist die geilste Stadt, die wir bis jetzt in Polen erlebt haben. Von der Innenstadt her so bisschen wie Krakau, also viel Altstadt und Tourikram, aber trotzdem weniger aufdringlich und ueberfuellt. Und fuer 'ne Touristenfalle auch immer noch sehr anstaendige Preise. Insgesamt ist die Stadt aber viel lebendiger als Krakau, viel mehr Streetart, viel mehr Graffiti und einfach geilres Flair (liegt vielleicht am Meer). Wer sich die Graffitis reinziehen will, faehrt einfach mal mit der S-Bahn (heisst hier ZSK oder so) vom Hauptbahnhof bis Zabianka oder noch ein Stueck weiter und guckt die ganze Zeit raus. Absolut fett was mensch dort zu sehen kriegt. Streetart laesst sich in der gesamten Inennstadt finden, vom Sticker ueber Stencil bis hin zu augefallenen Sachen ist alles dabei.

Inzwischen sind wir auf der zweiten Farm, wofuer wir auch wieder zwei tage trampen gebraucht haben und eine Nacht bei 'nem voll netten Menschen schlafen durften, der uns Abends an der Strasse aufgesammelt hat. Aber davon beim naechsten Mal mehr.

Polen allgemein: Trinken auf der Strasse ist verboten, viele Ordnungshueter sind bestechlich, Spiritus ist teuer und schwer zu kriegen, weil es gesoffen wird. Stattdessen fuer Campingkocher o.ae. DENATURAL nehmen (dort ist staerkeres Gift dazugemixt, damit es die Leute nicht trinken). Drehzeug ist schwer zu besorgen, wenn ihr also mal einen Laden findet, der Tabak und Papers hat, dann kauft lieber doppelt soviel.



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18.6.11 15:46


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