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Hallo liebe Freunde, Bekannte, Unbekannte, Stalker usw. Unser Blog zieht ab sofort um und ist jetzt unter http://dieschwarzenkatzen.blogspot.de/ erreichbar. Checkt's aus und bleibt dran

 

 

Dear Friend, Followers, Stalkers and all the other people. From now on, this Blog moves to http://dieschwarzenkatzen.blogspot.de/  

Check it out, stay tuned and enjoy

9.4.12 20:57


El Medano

Noch berauscht vom Rainbow Gathering und vom Bier und Wein, das es am letzten Abend auf La Gomera gab, ging's ein letztes Mal zurück nach Teneriffa. Diesmal allerdings nicht zurück nach La Caleta, sondern in den Süden, nach El Medano. Ein beschauliches Nest, unterhalb des Flughafens, etwas weniger touristisch verkommen als der Rest der Gegend und scheinbar Nest für unzählige Reisende Akrobaten und Squatterparadies für Hängenbleiber.

Der Bus spuckt uns aus, die Sonne ist bereits untergegangen und wie so oft sind wir recht planlos. Da sammelt uns Ramsey aus London auf - Living Soundmachine, Egostyler, Proll, aber irgendwie auch nett. Ohne große Umschweife schleppt er uns direkt in ein besetztes Haus – „die bulgarische Botschaft“. Im Eingangsbereich ist es dunkel und das strenge Aroma von Katzenpisse liegt in der Luft. Auf dem Weg weiter ins Haus zertreten wir einige Kakerlaken, schlüpfen durch ein in die Wand geschlagenes Loch und finden uns schließlich im Wohnzimmer wieder. Sogleich werden wir freundlich empfangen, das Bier macht die Runde und schon geht’s wieder raus auf die Straße. Erst noch Getränkereserven auffüllen und dann raus aus der Stadt Richtung Bananenplantage. Wir kämpfen uns etwas planlos durch den ständig wehenden Wind und durchs Dunkel der Nacht. Plötzlich taucht neben uns die Plantage auf und wir finden uns wieder in einem Squat etwas außerhalb der Stadt, wo gerade irgendein Geburtstag gefeiert wird. Wir lassen uns nicht lange bitten und genießen den ersten Abend in El Medano.

In den nächsten Tagen hängen wir fast ausschließlich in der bulgarischen Botschaft rum. Nicht nur, weil sie unser neues Zuhause ist und eine gemütliche Couch zu bieten hat, sondern auch, weil es das erste Mal seit langem wieder Strom (angezapft), fließendes Wasser (illegal) und eine richtige Küche (unbezahlbar) für uns gibt. Die Leute sind alle furchtbar nett, verrückt und immer für Balkandisco zu haben. Da ist zum Beispiel Igor, Filmemacher aus Mazedonien, der gerade einen Film über einen Ball dreht und sich, seit er das Haus im Januar gesquattet hat, nicht mehr aus El Medano wegbewegt hat. Dazu kommt Luisa aus Bulgarien, bisschen Hausmutti, allround Akrobatin und die trashigste Erscheinung seit Langem. Jeden Tag wechselt sie mindestens 20 Mal das Outfit und jedes Mal ist das Oberteil so gut wie keins. Der Ruhepol dazwischen ist Or, ein reisender Hippie aus Israel und Julia aus Bulgarien, die eigentlich nur nach 'nem Job auf Teneriffa sucht und bei ihrem Couchsurfer rausgeflogen ist. Nach ein paar Tagen kommen noch Estefania aus Spanien und Anja aus Chile dazu, die so planlos und zufällig wie wir in El Medano gelandet sind. Außerdem hängen jeden Tag noch unzählige andere Leute im Haus mit rum und an den Abenden sowieso.

Unsere erste Entdeckung in der Außenwelt, es ist scheiß windig – und zwar immer. El Medano ist die windigste Ecke Teneriffas und Hotspot für Kite- und Windsurfer. Wenn's dann mal doch nicht so stürmisch ist, hängen wir gemeinsam am Plaza oder am Strand rum,jonglieren, üben Einrad fahren oder genießen einfach nur die Sonne. Ist es draußen zu ungemütlich wird die Bude aufgeräumt und gemeinsam gekocht. Das Essen dafür holen wir uns allabendlich aus dem Container um die Ecke. Und hier ist wirklich „Dumpster Diving“ angesagt. Die Container sind unter der Erde und der Einstieg ist eine Metalröhre, die aus dem Boden guckt. Ein Freiwilliger muss dann reinspringen und die Säcke mit dem Essen raussuchen und hochreichen. Mal abgesehen von der eher stinkigen und ungemütlichen Prozedur ist das recyceln hier das reinste Paradies. Jeden Tag genügend Essen für mindestens 10 Leute und alles ist dabei, vom Brot, Wurst, Käse über massig Obst und Gemüse bis hin zu Jogurt und Naschwerk.

Und so vergehen die Tage bis zum Abflug, zwischendurch machen wir noch etwas Kohle mit einer Sandskulptur am Strand, treffen noch mal alte Bekannte wieder, betrinken uns fürchterlich, genießen die chaotisch solidarische Stimmung, haben lustige Diskussionen, kulinarische Höhepunkte und und und …...

Nach und nach verlassen aber alle wieder das Haus und El Medano, auf der Suche nach neuen Orten, Menschen, Abenteuern oder einfach nur Geld. Igor und Luisa wollen zurück kommen und im Haus ein Zirkusprojekt aufziehen, bis dahin wird eine Familie dort leben. Und mit einer Träne im Knopfloch heißt es auch für uns Abschied nehmen, von Max, der nach London geht, von den Inseln, auf denen wir 'ne wunderbare Zeit hatten und von den tollen Menschen, die in so kurzer Zeit zu so guten Freunden geworden sind.


4.4.12 18:46


Gomera

Nach drei Wochen El Hierro und Abschied von den authentischen Begegnungen und Erfahrungen dort, gings vom wahren Inselffeeling erstmal wieder zurueck in die kuenstliche Tourihochburg Teneriffa. Wir haben uns ein paar Tage im guten alten La Caleta ausgeruht und festgestellt, dass die Golden Times dort eindeutig vorrueber waren. Die Kommunenkueche wurde im Wahn und Suff abgefackelt, unsere Skulptur sah verwahrlost aus und insgesamt war nur noch der letzte, verrueckteste Rest an Leuten uebrig geblieben.

Also haben wir uns mit der naechsten Faehre nach Gomera aufgemacht. Dieses Mal haben wir den Sonnenuntergang auf dem Ozean gesehen. Wie immer kamen wir voellig planlos an und haben uns von einem Typen bequatschen lassen nach Valle Gran Rey zu fahren. Wir hatten gehoert, dass dort in der Naehe ein weiterer, typisch kanarischer Freak-Strand sein sollte, sind aber dann an einem anderen Platz haengen geblieben - Casa La Familia, ein gerade entstehendes kulturelles Projekt. Das Gelaende beteht aus einem Haus und etwas Garten und liegt mitten in Valle Gran Rey. Von aussen sieht es aus wie ein bemalter Rohbau, innen gibt es aber noch einen Hof mit Lagerfeuerstelle, Garage und einem Tipi. Im Moment entsteht eine kleine Bibliothek, ein paar Workshops und ein Welcome-Center. Geplant sind noch Gemuesegarten, Kinderspielplatz, regelmaessige Jamsessions, Treffen und andere Sachen. Wir haben ein paar Tage dort verbracht, die eigentlich ganz lustig waren. Wie ueberall war in Casa La Familia eine Vielfalt an Menschen anzutreffen, darunter auch Thomas und Nela, die in den naechsten Wochen auf dem Rainbow noch gute Freunde fuer uns wurden. Die 'Besitzerin' des Grundstuecks, Vera, war zwar eine nette, aber leider zu verrueckte Frau. Sie war eine der verrueckten Menschen, die stressig sind, weil sie sich in Probleme reinsteigern, die gar nicht vorhanden sind und kontrollierend und bestimmend mit den anderen umgehen. Auch ihre beide Freundinnen und Projektmitgestalterinnen waren aehnlich stressig, was letztendlich eine unentspannte Stimmung verursacht hat. Alles in Allem war der Ort trotzdem cool und eine weitere, neue Kommunenleben-Erfahrung.

Valle Gran Rey war ausser diesem kulturellen Zentrum eher aetzend. Das ganze Dorf ist fast ausschliesslich mit Deutschen besiedelt, weswegen man ueberall nur deutsch hoert und liest. Dementsprechend war das gesamte Flair in Valle Gran Rey etwas spiessig, abgekuehlt und einfach deutsch. Deshalb haben wir uns dann nach nicht allzu langer Zeit mit Max und spaeter Nela und Thomas im Gepaeck, hauptsaechlich zu Fuss, auf dem Weg zum Rainbow Gathering gemacht.

Beim Hinwandern bekamen wir schon einen schoenen Vorgeschmack und kleinen Einblick in das, was Gomera an Natur zu bieten hat. Im Gegensatz zu El Hierro sah es hier nochmal saftiger und gruener aus. Sandige Terassen und ein Meer von Palmen uebersaeten Alojera, das Dorf, in dem das Rainbow sein sollte, und es wirkte, als waeren wir in Nordafrika. (Was wir ja geografisch auch waren). Der Weg zur Playa del Trigo war wie gewohnt lang und beinbrecherisch. Im Dunkeln mussten wir steile Haenge runterklettern, zwischen Felsen langwandern, und auf Geroell langschlittern. Wir konnten schon die Drums haemmern hoeren und dann sahen wir von oben die Wellen, den Strand, Zelte und ein grosses Feuer.

Das Rainbow in Gomera war eigentlich kein richtiges Rainbow. Es war eher eine Ansammliung von 200-300 Freaks, Reisenden, Verrueckten, Fertigen, Artisten, Urlaubern, Vagabunden und darunter ein paar wenige wirkliche Rainbowwarrior. Fast alle waren junge Leute und ausser ein paar Workshops zu Meditationen und Tantras gab es nichts spirituelles zu spueren. Dafuer war der Strand nachmittags voll mit relaxten Leuten, die nackt in der Sonne chillten, Musik von Geigen, Trommeln, Floeten und Gitarren, Akrobatik, jede Menge Artistik, Tanz und Sonnenschein. Die Zeit dort war schoen, wir haben uns ein Camp mit Max, Thomas und Nela aufgebaut und die meisten Leute aus La Caleta oder Beneficio, Portugal oder anderen Orten an denen wir waren wieder getroffen. Die Organisation hat auf dem Rainbow auch nicht ganz so gut geklappt wie auf dem Portugal-Rainbow. Zum Mittagessen gabs fast jeden Tag Gofio, ein 'typisch kanarisches' Produkt (Maispulver, dass aber eigentlich aus Chile importiert wird) und abends gabs meistens zu wenig. Das Highlight des Gatherings war eine Fiesta im Dorf. Alle Rainbowleute wurden zum Paella essen eingeladen. Als wir bei der Fiesta ankamen, war sie ueberfuellt mit Freaks, die tanzten und Musik machten und spaeter gab es Trashdisco und alle waren besoffen.

Die Stimmung auf dem Rainbow wurde zum Ende hin immer verrueckter. Leute fingen an Hunde durch die Luft zu schmeissen, andere zu beschimpfen, sich an den Hals zu gehen oder ihre Zaehne am Strand zu verlieren. La Caleta war der Zoo, das Rainbow in Gomera der wilde Dschungel! Mit den Augen eines aussen stehenden haette es auf jeden Fall eine ganz schoen verrueckte Freakshow abgegeben. Nackte Menschen mit Cowboyhueten und gruenen Violinen tanzten im Circle, andere sahen so aus, als waren sie auf einem Dauertrip und wieder andere beteten den Mond und das Meer an, dazwischen ein Haufen junger Traveller, die prall im Sand rumlagen.

'Noch ein verdammter Tag im Paradies...' Nach ein paar Wochen war es Zeit fuer Movement. Wir haben tolle Leute getroffen, Kontakte von Akrobatik- und Artistenfestivals, politischen Kommunen in England und anderen Sachen bekommen und uns, nach einigen schweren Abschieden, mit Max aufgemacht und eine letzte Nacht in der gomeranischen Pampa verbracht. Mit ein bisschen mehr Vagabundenlife-Feeling gings dann ein weiteres und letztes Mal nach Teneriffa...

 

 

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25.3.12 21:01


El Hierro

Fast ein Monat am Strand haben uns recht faul gemacht und mit der Zeit wird das auch langweilig. Da die Kanaren auch mehr zu bieten haben als mit Hotels zugeschissene Kuesten und unfreundliche Leute, wurde es Zeit fuer uns, die Inseln besser kennenzulernen. Dafuer haben wir uns El Hierro ausgesucht, mit dem Plan die Insel komplet abzuwandern. Andere Leute hatten uns schon erzaehlt, dass es dort jede Menge verschiedene Wanderrouten gibt und die Landschaft echt genial ist.
Auf El Hierro ist die laengste Strecke etwa 25 km, es leben dort 8000 Leute und auf der gesamten Insel gibt es maximal vier Supermaerkte, ein Internetcafe, ein paar Bars und der Rest ist Natur, Berge, Steilkueste, Farmen, Hoefe und die freundlichsten, menschlichsten, einfachsten Leute, die wir je getroffen haben.Dort haben wir richtig zu spueren bekommen, was es heisst ohne sinnlosen Konsum zu leben, der einem sonst ueberall ins gesicht springt.

Mit der Faehre sind wir dann von Teneriffa aus rueber und mussten uns erstmal orientieren. Die erste Nacht haben wir direkt am Hafen gepennt und am naechsten Tag nicht schlecht gestaunt, dass es quasi direkt hinterm Strand Steil auf bis zu 1500m hoch geht. Mit unserem fetten Gepaeck natuerlich nicht zu machen. Aber Busfahren ist hier kein Stress, die Insel ist so klein, dass jede Strecke nur 1€ kostet. So sind wir dann nach Valverde, die Haupt"stadt" der Insel und haben dort nach Wanderkarten gekuckt und ausgecheckt wo wir unser Gepaeck lassen koennen. Leider konnten wir nix finden und haben ´ne Nacht hinter der Kirche gepennt. Als wir am naechsten Tag wach geworden sind, waren schon ein paar Bauarbeiter am Start, die allerdings mehr geraucht als gearbeitet haben. Einer von denen hat uns auch gleich eingeladen mit zu ihm zu kommen. Dort konnten wir dann unsere Sachen abladen und sind noch am selben Abend losgewandert.
Erstmal wieder runter zur Kueste in ein "verlassenes" Dorf. Das Dorf ist tatsaechlich leer, die Haeuser sind allerdings hergferichtet und dienen als Wochenendunterkuenfte und kleine Herbergen. Als wir angekommen sind war allerdings niemand im Dorf, so dass wir uns entspannt breit gemacht haben. Am naechsten Morgen haben wir im Angesicht der riesigen Wellen die gegen die Felsen knallen gefruehstuckt und sind dann wieder hoch auf den Berg und los in Richtung Sueden der Insel. An dem Tag sind wir bis zu einem Aussichtspunkt auf 750m Hoehe gekommen. Dort war´s aber so arschkalt und windig, dass wir umdrehen mussten und in einer Bauruine gepennt haben. Am naechsten Tag sind wir dann im Wind und Nebel ueber die Berge, haben das hoechstliegende Dorf der Insel passiert und als wir unser Nachtlager aufgeschlagen haben, ein Paerchen beim Liebesspiel gestoert. 

Tags drauf ging´s, schon an der Suedseite der Insel, wieder runter zur Kueste. Der Weg war aber so ein uebel steiler und geroelliger, fast lebensgefaehrlicher Trampelpfad, dass wir den ganzen Tag gebraucht haben. Unten angekommen haben wir einen Deutschen getroffen, der uns in einer Hoehle auf seinem Grundstueck hat pennen lassen. Am naechsten Tag hat uns seine Frau erstmal bekocht und dann haben sie uns mit dem Auto wieder hoch auf den Berg gefahren. Das musste sein, weil an der Kueste zu wandern unmoeglich ist und der einzige Weg zurueck wieder hoch auf den Berg gefuehrt haette.
Auf dem Weg zum Dorf La Restinga, am suedlichsten Zipfel der Insel, wurde dann auch der Landschaftskontrast immer krasser. Waehrend an der Nordkueste alles gruen in und auf den Bergen der Wind pfeift und den Nebel durch die Waelder drueckt, wurde die Landschaft im Sueden immer trockener, statt Berge erheben sich Vulkankegel und an der Kueste angekommen besteht der Boden nur noch aus schwarzem Lavagestein, was vor Millionen Jahren die Insel geformt hat. In einem dieser bizarren Lavaabhaenge neben La Restinga haben wir dann eine voll geniale Hoehle gefunden und erstmal drei Tage gechillt. In den drei Tagen haben wir uns mit einem Dude aus der Stadt angefreundet und den Vulkan beobachtet, der seit letztem Oktober 2km vor der Kueste brodelt. Dadurch ist La Restiga auch auf dem Weg zur Geisterstadt, denn es kommen keine Touris mehr, alle Tauchschulen haben zu und es kann nicht mehr gefischt werden, weil La Restinga innerhalb der Sperrzone liegt, die um den Vulkan errichtet wurde. Dabei ist der Vulkan selbst recht unspektakulaer. Da er ca. 20 unterhalb der Wasseroberflaeche ausbricht sind nur gelegentlich Rauchwolken zu sehen, da das Wasser an der Stelle fast 100º hat.

Nach dem Abstecher in der Lavalandschaft sind wir wieder Richtung Norden und auf zum hoechsten Berg der Insel - der Malpaso (1500m). Die erste Nacht auf dieser Strecke haben wir noch weit unterhalb des Gipfels in einem coolen Pienienwald verbracht. Der Wald erstereckt sich ueber fast die gesamte Suedseite der Berge und die Baeume erzeugen mit ihren wirren Formen und moosbehangenen Aesten eine ziemlich cool Atmosphaere beim Durchwandern. Am zweiten Tag auf dieser Strecke haben wir es dann fast bis zum Gipfel geschafft. Dann mussten wir aber auf etwa 1400 pennen, weil es finster geworden ist und wir auch recht fertig waren. Und wieder einmal hatten wir eine schlaflose Nacht. Es war ein Wunder, dass das Zelt nicht eingestuerzt und Max in seinem Sommerschlafsack nicht erfroren ist. Wir waren mitten in einen starken Sturm geraten, voellig allein im Nirgendwo auf einem Berg. Unser Komfort ist zwar auf minus 20 gesunken, aber wir haben die Challenge mit der Naturgewalt ueberlebt.
Nach der Nacht wollten wir nur noch runter vom Berg und haben drauf geschissen noch bis zum Gipfel zu gehen. Also wieder runter an die Kueste durch Waelder, die fast wie Dschungel aussehen. An der Kueste haben wir dann eine Nacht in einer Lavahoehle gepennt. Die Hoehle war eigentlich cool und dort haetten wir uns auch gut ausruhen koennen, aber Max war von der Sturmnacht immer noch so geflasht, dass er fuer alle eine Nacht im 3-Sterne-Hotel nebenan bezahlt hat. Voll der Luxusflash, nach 9 Monaten reisen, hauptsaechlich draussen und immer relativ hart unterwegs, lagen wir ploetzlich im Whirlpool und in der Sauna und haben uns Rum und Wein auf´s Zimmer bringen lassen, heiss geduscht, auf dem Bett rumgesprungen und uns gefuehlt wie Millionaere. Am naechsten Morgen noch am Fruehstuecksbuffet vollgefressen und soviel einmgesteckt wie moeglich und dann wieder Rucksaecke auf und weiter.

Letzter Stop auf unserer Tour war dann Frontera. Dort sind wir relativ planlos angekommen und wollten schon wieder draussen pennen, als uns zufaellig einer von den Bauarbeitern aus Valverde ueber den Weg laeuft. Und was soll man sagen? Die Leute auf El Hierro sind sowas von gastfreundlich. Der Typ - Ayoze - hatte eine Huette mit Grundstuck am Berg wo er uns direkt mit dem Auto hingefahren hat, dann hat ert uns die naechsten Tage komplett verpflegt, hat uns rumgefahren, wir konnten bei ihm im Haus duschen, hat uns neue Klamotten, coole Armbaender und echte Steine vom Vulkan bei La Restinga geschenkt. Der Dude hat uns sogar Jobs angeboten und meinte wir koennen so lange wie wir wollen in der Huette pennen. Mit ihm waren wir dann auch beim Karneval in Frontera, der im Gegensatz zum Karneval auf den grossen Inseln keine sinnlose Komerzveranstaltung ist, sondern ´ne coole Fiesta. Das coolste dort waren am Sonntagabend die Carneros von Tigaday. Das waren ca. 30 Leute in cool gemachten Kostuemen aus Ziegenfell und mit abgefahrenen Masken, die durch die Stadt rennen und jeden den sie erwischen mit schwarzer Schuhcreme einschmieren.

Einen Tag spaeter sind wir dann schon wieder los zum Hafen haben dort gepennt und dann am Morgen die Faehre zurueck nach Teneriffa genommen und uns den Sonnenaufgang auf dem Meer reingezogen.



Insgesamt waren wir drei Wochen auf El Hierro, sind etwa 60km gewandert, konnten die absolut geniale Landschaft richtig pur geniessen und haben wohl die nettesten Leute auf den Kanaren getroffen.

Momentan sind wir wieder in La Caleta. Aber hier sind die golden days vorbei. Die Kueche ist abgebrannt, unsere Skulptur ziemlich im Eimer und nette Leute sind auch keine mehr da. Deshalb geht´s morgen weiter zum Rainbow Gathering auf La Gomera.

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23.2.12 21:03


¡Poomba!

Lang hat´s gedauert, 2012 ist fast schon wieder rum, die Apokalypse laesst auf sich warten und ebenso die schwarzen Katzen. What happend? Keine Sorge, wir sind nicht am Kaktus kleben geblieben und auch noch nicht vom Vulkan verschluckt. Aber alles der Reihe nach...

La Laguna

Nach unserem Kurzbesuch in Deutschland sind wir mit einer Prise Besinnlichkeit im Rucksack und gefuellter Reisekasse dem Winter soweit wie moeglich entflohen, d.h. auf die Kanaren, genauer Teneriffa.
Angekommen sind wir dann aber in La Laguna, was natuerlich die kaelteste Stadt auf der Insel ist. Aber was soll´s. Wir wurden warm empfangen, von Piñero, einem Dude, den wir auf´m Rainbow Gathering kennengelernt hatten und der in einem besetzten Haus wohnt. So konnten wir dann erstmal unsere Sachen unterbringen, uns bisschen aklimatisieren und ein Tag spaeter ist auch Max angekommen, ein Dude aus Brasilien, den wir in Portugal getroffen haben, und mit dem wir seitdem gemeinsam reisen.
Im Nachhinein hat sich La Laguna als recht guter Einstieg fuer Teneriffa erwiesen. Denn hier sind einfach alle verrueckt. Eine Nacht in La Laguna, waren wir draussen unterwegs und sind recht spaet zurueck zum Haus und kurz vor´m Haus fragt uns ein Typ nach Feuer und Sekunden spaeter bruellt er los "Ich bring euch alle um! Jetzt!" Wir sind dann ziemlich fix zum Haus gelaufen und der Typ uns hinterher und als wir oben auf der Treppe stehen kommt der Typ weiter hinterher, kracht in den Zaun und torkelt dann ins untere Stockwerk, wo er gewohnt hat. Dort hat er dann auch die restliche Nacht randaliert und rumgebruellt. Super, wir wohnen also mit einem Verrueckten, der uns toeten will im selben Haus. Wir haben vor Schiss die ganze Nacht nicht gepennt und Fluchtplaene geschmiedet, falls er tatsaechlich hoch kommt. Max: "OK guys, when he kicks the door, we have three seconds to run in the kitchen and get a knife."
Naja, haben die Nacht ueberlebt aber die restlichen Tage immer Schiss gehabt, den Kerl wieder zu treffen. Wenn wir nicht grad Todesangst hatten, haben wir uns die Stadt angeguckt, bisschen Shows auf der Strasse gemacht. Nachts waren wir meistens im Haus, wo die Stimmung aber eher strange war und alle irgendwie durch. So hat es uns dann auch nicht allzulange in La Laguna gehalten und schliesslich sind wir ja auch fuer die Sonne hierher gekommen. Also ab nach Santa Cruz de Teneriffe und von dort aus mit ´nem gratis Bus nach Los Christianos. Fuer alle, die es vielleicht nachmachen wollen, einen gratis Bus bekommt man hier folgendermassen: Von Los Christianos aus fahren fast alle Faehren zu den anderen Inseln. Von St. Cruz aus gibt es deshalb Shuttlebusse von den Faehrunternehmen. Die fahren ein kleines Stueck abseits vom Busbahnhof. Beim Einsteigen wird man dann gefragt, ob man ein Ticket fuer´s Boot hat. Dann sagt man einfach, dass man das erst im Hafen kauft und zack sitzt man im Bus. Wenn der Bus dann im Hafen ankommt, steigt man einfach aus und geht weg. Da steht dann auch niemand und guckt wer ein Ticket hat und wer nicht.
Los Chritianos selbst ist brutal zum Kotzen es sind ca. 15 km Kueste nur mit Hotels und Touris zugeschissen, aber komplett. Die ganze Gegend hat absolut nichts mit den Kanaren zu tun, alles ist absolut kuenstlich. Wenn man das aber hinter sich laesst, kommt man nach La Caleta. Und in La Caleta, hinterm Berg da ist eine kleine Bucht mit Hoehlen, Kakteen, Eidechsen und Leuten, die einfach so leben wie´s ihnen passt.

The golden days of La Caleta

Wie die Motten wurden wir angezogen vom Licht eines Lagerfeuers. Um dieses Feuer scharten sich ein paar bierselige Gestalten und begruessten uns recht herzlich, purzelten herum und fluchten. Alles klar, sah schonmal nicht nach Hippies und endlos langweiligen Naechten mit Mantras aus.
Am naechten Tag haben wir dann erstmal die Umgebung ausgecheckt. Zwischen Kakteen und Felsen haben wir dann auch ´nen chilligen Lagerplatz gefunden und uns niedergelassen, wir im Zelt und Max unter seiner Plane. Eine der Gestalten vom Vorabend stellte sich als bloody Cris heraus. Der Dude war permanent am fluchen ueber "lazy germans", "bloody cactus", "bloody hippies" und eben ueber alles. Nach der siebten Flasche Wein (noch vor Daemmerung) meinte er: " I don´t believe in Peace and Love, I believe in violence!". Krasser Kerl, aber trotzdem nett, er hat in der Gemeinschaftskueche immer fuer alle gekocht, hat alles geteilt und irgendwie mochte er uns drei. Er hatte krasse Geschichten aus seinem Leben zu erzaehlen und ist insgesamt ziemlich taff. Nach ein paar Tagen hat er sich echt eingekriegt und mit Saufen aufgehoert (was bedeutet, er hat erst abends angefangen zu trinken). Dafuer war er dann jeden Tag in der Stadt und hat als Living Statue Geld gemacht.
Die Anfangszeit in La Caleta haben wir hauptsaechlich mit Relaxen verbracht. Als wir dann unser Lager etwas umbewegt haben, ist der naechste Charakter aufgetaucht - Aznar "Sahara Sur". Er hat Max geholfen seine Plane aufzubauen, bzw. er hat ihn rumkommandiert Kram zu besorgen und hat dann alles aufgebaut und Max stand daneben. Der Dude kommt, wie er stets und staendig betont hat, aus der Sahara, lebt aber eigentlich schon seit 16 Jahren auf den Kanaren. Lustiger Typ, hat die ganze Zeit voll den harten Touareg raushaengen lassen. Einen Abend hat er zum Beispìel auf einem riesen Feuer Kuskus fuer alles gemacht und sich dabei tierisch die Arme verbrannt, aber ohne eine Miene zu verziehen. Dazu meinte er: "In Afrika wird so gekocht!"
In den folgenden Tagen sind dann noch ein paar echt nette Leute eingetrudelt, z.B. Hans aus Oesterreich, den wir davor schon in La Laguna getroffen hatten. Der Kerl war einfach unglaublich gut darin Essen umsont zu kriegen. Eines Abends waren wir in La Caleta auf einer Fiesta von den Locals. Als wir angekommen sind, war unsere Truppe schon etwas angetrunken und die Locals reichlich im Strom. Hans ist dann rumgerannt und hat zwei Kisten Kartoffeln, endlos viel Brot und mindestns 4 Kilo Fleisch klar gemacht. Danach hat er die Spanierinnen angeschnorrt: "Magst du mir ein Bier bezahlen?" Als dann ein Auto abgefahren ist, hat er sich mit einem Hechtsprung davorgeworfen: "¡Nooooooooo! Comeda para basura! "
Die ganze Fiesta war auch echt cool. Wir hatten davor alle eher schlechte Erfahrung mit den Leuten vor Ort gemacht, weil da halt alles Tourigegend ist. Fuer die Locals sind also alle Auslaender Touristen und Touristen haben gefaelligst fuer alles zu bezahlen. Auf der Fiesta waren die Leute aber super nett, haben mit uns gefeiert, getrunken, gelacht und Musik gemacht.
Ein paar Tage speater ist es am Strand richtig voll geworden. Da waren Leute aus Italien, Rumaenien, Estland, Daenemark, USA, Polen.... Dann wurde es auch richtig lustig. Wir haben einfach vor unseren Zelten gesessen, Sangria gezischt und Mucke gemacht und die Leute, die zum Wandern vorbei gekommen sind, haben sich gefreut, mit uns geredet oder uns einfach so Geld gegeben. Wenn wir nicht nur die Tage genossen haben, waren wir in der Stadt zum recyceln, Wasser holen und bisschen Geld reinspielen. Mal nur zu dritt, dann zu sechst. Jeden Tag gab´s Essen vom Feuer, alle haben alles geteilt, ohne dass das ausgesprochen wurde oder durch die Anwesenheit einer Gemeinschaftskasse quasi erzwungen wurde. In den Naechten haben alle am Feuer getrunken, sich gegenseitig verarscht, gelacht ohne Ende und mindestens genausoviel geflucht ueber die Kakteen, den Staub und die Touris.
Aber wie das so ist mit den offenen Orten, sie ziehen nicht nur nette Leute an, sondern auch kaputte Leute. So kam es wie es kommen musste. Wir sitzen alle Nachts am Feuer, ploetzlich Gebruell von einer Seite der Bucht. Zwei Italienern wurde alles aus dem Zelt geklaut und die haben dann angefangen jeden zu beschuldigen. Kaum hatte sich das beruhigt, kam ein rotzbesoffener Pole ans Feuer und faengt an rumzupoeblen, nach Leuten zu schlagen und Muell ins Feuer zu hauen. Das Ganze ging etwa eine Stunde bis er zu dicht war und pennen gegangen ist. Sein fetter Kumpel ist aber da geblieben und hat fuer Stunden nur Muell gelabert. Das Ende vom Lied war, dass die Gemeinschaftskueche aufgeloest wurde, weil der Pole der Meinung war, es waere seins, weil er ja schon seit 8 Jahren da am Strand lebt (was nix ist, worauf man besonders stolz sein sollte). Aber so haben wir dann gemeinsam mit den chillgen Leuten am naechsten Tag eine neue Gemeinschaftskueche aufgebaut, was ´ne ziemlich coole Action war.
Nach und nach haben die Leute dann aber den Ort wieder verlassen. Aznar ist z.B. mitten im Kochen aufgesprungen, weggerannt und nie wieder gekommen. Wir hatten nach fast ´nem Monat hier auch das Beduerfnis uns mal wieder richtig zu bewegen (nicht nur zum Wasser holen in die Stadt). Unser naechstes Ziel sollte El Hierro sein, die kleinste der kanarischen Inseln. Fuer die Faehre braucht man aber Kohle und das Geld in Los Christianos auf der Strasse zu machen, haette dann doch zu lange gedauert. Wir haben zwar alles probiert, von jonglieren, Poi spielen, musizieren, Clownsshow bis hin zur Drei-Leute-Feuershow, aber die Ausbeute war jedesmal die Muehe nicht wert. Also haben wir eine Idee umgesetzt, die uns schon die ganze Zeit im Kopf rumgeschwirrt ist. Jeden Tag sind hunderte Touris an unseren Zelten vorbei gekommen um in der Gegend zu wandern. Warum also in die Stadt gehen, wenn die Leute ja sowieso zu uns kommen und uns schon gelegentlich Geld nur fuers rumhaengen geben?
Und so haben wir einfach direkt hinter unserem Zelt eine riesen Eidechsenskulptur aus Steinen gebaut. Das ganze huebsch geschmueckt und bisschen bemalt und siehe da, nach drei Tagen hatten wir 80€. Die einzige Arbeit war das aufbauen, was etwa 6 Stunden gedauert hat und dann brauchten wir nur noch jeden Tag neben der Skulptur sitzen und bisschen mit den Leuten quatschen, die vorbei kommen.
Bevor wir abgefahren sind wurde allerdings Max noch verrueckt gemacht, von einem Dude, der vermutlich auf LSD haengen geblieben ist und schon seit Jahren am Strand lebt. Seine Saetze bestehen hauptsaechlich aus " Agua Papel. Fa mal. Si! No! Niños escola catolic!". Max meinte er hat angefangen ihn zu verstehen. "He hates us and want to kill us. I´m sure". Es war also mal wieder soweit. Bevor wir nochmal eine Nacht in Todesangst verbracht haetten, haben wir dann lieber unsere Sachen gepackt und sind ab nach El Hierro.



23.2.12 19:26


Zum Jahresabschluss gibt's eine kleine Präsentation  von ein paar Streetart Schmankerln, die uns so vor die Linse gekommen sind. Von Polen bis Portugal, von Graffiti bis PasteUp. Leider gibt's keine Bilder von Lissabon, obwohl da 'ne Menge an Streetart geht. Highlights in dem Bereich waren definitiv Danzig und Marseille. Während in Danzig Graffiti eher verbreitet ist, findet Mensch in Marseille 'ne Menge aus dem Bereich PasteUp und Stencil.

Betrachtet dies als kleine Inspirationsquelle für's neue Jahr. Nieder mit jeder Monotonie! Reclaim the Citys! 

 

 

31.12.11 02:59


Beneficio

Beneficio... irgendwie unser heimliches Ziel bis dahin. Irgendwie jeder, den wir unterwegs getroffen haben, hatte uns von Beneficio erzählt. Die Storys reichten "Drogensumpf voll abgestürzter Leute" bis "Riesenkommune, alle nur am Kiffen, haufen liebe Hippies". So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir auftauchen und uns das persönlich angucken würden.

Beneficio ist ein Ort, der rund 300 Leuten Lebensraum und Lebensgrundlage bietet. Vor ca. 20 Jahren (evtl. auch 30) haben 2 Amerikaner (oder Briten, oder Franzosen...) ein kleines Gelände direkt am der Grenze zum Nationalpark gekauft. Damals gab's nur ein paar Tipis und Meditationscircel. Diese Leute sind inzwischen lange weg und Beneficio ist weit über seine Grenzen hinausgewachsen. In dem kleinen Tal außerhalb von Orgiva wohnen inzwischen etwa 300 Menschen, mehr oder weniger als Kommune zusammen. Überall an den Hängen sind ziemlich phantasievolle Hütten aufgebaut, die Unterkünfte reichen von 'ner gespannten Plane, über Tipis und Jurten, bis hin zu strohgedeckten Lehmhäusern. Alle haben vor ihren Behausungen kleine Gärten, manche Leute halten sich Hühner, Ziegen oder Esel, es gibt eine kleine Bäckerei, einen Schokoladen, ein Cafe und einen Laden für selbstgemachten Ziegenkäse. Für Leute, die einfach so dort ankommen und kein Zelt haben oder wie auch immer gibt es das Haus "Casa Maya", was als Gemeinschaftsunterkunft genutzt wird. Das war auch für uns der Place to be. Mit ca. 10 anderen Leuten, u.a. aus Israel, Polen und Griechenland, haben wir dort gelebt, uns gemeinschaftlich um alles Nötige gekümmert und natürlich auch gechillt.

Von den Geschichten die uns vorher zu Ohren gekommen sind, könnte alles stimmen. Am Eingang zu Beneficio, am Parkplatz, bleiben alle Druffis hängen, die da ankommen und es gibt so ziemlich alle Substanzen. Das ganze wirkt so bisschen wie das Ghetto von Beneficio, wird aber bewusst als Filter erhalten. Je weiter man dann ins Tal geht, umso ruhiger und gemütlicher wird's. Dort ist dann der Part, der als Kommune gilt, wobei wir den Eindruck hatten, dass die meisten Leute, eher so für sich werkeln. Die Leute dort leben eher wie in einem Dorf gemeinsam und weniger wie in einer Kommune, wo noch mehr Gemeinschaftsentscheidungen getroffen werden.

In den 10 Tagen, die wir dort waren, haben wir ordentlich Energie getankt, sind relativ viel gewandert und haben einige verrückte und nette Leute getroffen. Meistens haben wir geholfen irgendwas für Casa Maya zu organisieren, u.a. Lebensmittel in Orgiva containert, Feuerholz ranholen, kochen (immer gleich für min. 20 Leute) und so weiter und so fort. Es war voll cool zu sehen, wie sich Leute an einem Ort, wo alles nur flüchtig ist und die Besetzung in weniger als einem Monat komplett wechseln kann, gemeinsam organisieren. Auch wenn's etwas chaotisch war und manchmal bisschen stressig, war immer für alles gesorgt.

Am Ende waren wir auch voll traurig, schon gehen zu müssen. Generell hat's sich ziemlich strange angefühlt, 'nen Termin zu haben und plötzlich irgendwo sein zu MÜSSEN. Dementsprechend belastet sind wir dann am letzten Tag nach Malaga (mit dem Bus), rein in Flieger und jetzt back in Schland. Kulturschock pur. Immerhin sind die Temperaturen zum Aushalten und der Aufenthalt nur vorläufig. 

Nach 7 Monaten und etwa 9000km quer durch Europa, war Beneficio aber nochmal 'n schöner Spot zum runterkommen, Energie tanken und ohne den Flug wär's bestimmt auch ein Ort geworden, an dem wir länger hängengeblieben wären. So bleibt uns nur das zurück kommen.

 

24.12.11 15:39


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